DIY Camper Ausbau

Drei Monate, unzählige YouTube-Tutorials und mindestens zwei Nervenzusammenbrüche im Baumarkt später ist es vollbracht: Mein selbst ausgebauter Camper steht vor der Tür. Es war eines der lohnendsten Projekte meines Lebens, aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir einige Umwege sparen können.

Die Planungsphase: Millimeterarbeit trifft Realität

Ich dachte, ein Grundriss auf Papier reicht. Die Realität? Ein Transporter hat keine einzige gerade Wand. Alles ist leicht gewölbt. Tipp: Nutzt Klebeband, um den Grundriss 1:1 am Boden des leeren Vans zu markieren. Erst wenn man darin steht, merkt man, ob der Gang zu schmal oder das Bett zu kurz ist.

Die Isolierung: Eine klebrige Angelegenheit

Die Dämmung ist der wichtigste Schritt für das Raumklima, aber sie braucht Zeit und Geduld. Was ich gern gewusst hätte: Es dauert doppelt so lange wie geplant. Jede Ritze zählt, um Kältebrücken zu vermeiden. Schneidet euch Schablonen aus Pappe!

Mein Camper Ausbau

Die Elektrik: Mein persönlicher Endgegner

Plötzlich musste ich verstehen, was es mit Amperestunden, Watt und Volt auf sich hat. Die Berechnung meines Strombedarfs war eine mathematische Herausforderung. Die Formel $$P = U \cdot I$$ (Leistung = Spannung mal Stromstärke) war mein ständiger Begleiter.

Wenn du keine Ahnung von Strom hast, lass die finale Abnahme von einem Profi machen. Brandschutz ist im Van kein Scherz.


Was ich vorher gern gewusst hätte (Die „Hätte-ich-mal“-Liste)

  • Gewicht ist alles: Achtet auf das zulässige Gesamtgewicht eures Fahrzeugs! Ich habe am Anfang zu massives Holz gekauft.
  • Werkzeug ist die halbe Miete: Mit einer billigen Stichsäge macht man sich keine Freunde. Leiht euch lieber hochwertiges Werkzeug.
  • Die 80/20-Regel: Die ersten 80% des Ausbaus gehen schnell. Die restlichen 20% (Leisten, Silikonfugen, Verschlüsse) ziehen sich wie Kaugummi.

Mein Fazit

Trotz der Schnitte in den Fingern: Das erste Mal im eigenen Bus aufzuwachen und zu wissen, dass man jede Schraube selbst gesetzt hat – dieses Gefühl ist unbezahlbar. Ein Van ist nie wirklich fertig, er entwickelt sich mit jeder Reise.